Quelle: Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, aus der „Denkmalbegründung bzw. Denkmaleigenschaft der Häuser Pestalozzistraße 15 und 17 in 01445 Radebeul“, Schreiben vom 11.02.2000

“Der Traditionalismus, neben Expressionismus und Funktionalismus bestimmender Baustil der 1920er und 1930er Jahre, dem wohl fast alle Radebeuler Wohnbauten um 1930 zugeordnet werden können, bezog seine Formen und Elemente aus der klassischen Architektursprache. Kennzeichnend sind z.B. herkömmliche Dachformen, Rahmungen von Hauseingängen und Tordurchfahrten (Mittelstraße 8), Natursteinsockel (Bennostraße 36), gestalterische Hervorhebungen der zumeist mittig angeordneten Eingangsbereiche (An der Siedlung 6 und 8), Klappläden und Sprossenfenster. Dabei ging es grundsätzlich um die Kenntlichmachung des Handwerklichen-Bodenständigen. Darüber hinaus wurden Bauten des Traditionalismus gelegentlich noch mit historisierenden oder weit öfters mit expressionistischen Formen wie schafkantig in den Straßenraum ragenden Erkern oder Anbauten (Pestalozzistraße 13), Dreiecksmotiven als Tür- oder Fensterbekrönungen (Heinrich-Zille-Straße 20 und 34), gewinkelten Gauben und Giebeln, Ziegelumrahmungen von Eingangstüren (Heinrich-Zille-Straße 24 und Winzerstraße 25) sowie von Gesimsbändern zusammengefasste Sprossenfenster (Pestalozzistraße 15 und 17) bereichert. Besondere Beispiele dieses Mischstils zwischen Traditionalismus und Expressionismus sind vor allem die Siedlungshäuser der Wohnanlagen zwischen Dr.-Külz-Straße, Winzerstraße und Heinrich-Zille-Straße. Diese und viele andere um 1930 entstandene Radebeuler Wohnbauten gehen auf Max Czopka zurück.“…

Max Czopka, 1920 bis 1965, freiberuflicher Architekt in Radebeul